Amazon Prime Day – was ist das und wie bereiten Sie sich als Verkäufer vor? [2026]
Für Verkäufer ist der Prime Day kein einzelner Aktionstag, sondern ein Projekt von rund 12 Wochen: von der Produktauswahl und dem Versand an FBA über die Deal-Anmeldung im Fenster mit ermäßigter Gebühr und die Werbekampagnen bis zur Auswertung nach dem Event. Wir beschreiben jede Phase mit aktuellen Fristen, Gebühren, einer Rentabilitätsrechnung für Deals und den Daten vom Prime Day 2026.
Magdalena JuraszekNew Business Manager
Stand: 28. September 2026. Der Artikel berücksichtigt die Ergebnisse des Prime Day 2026 (23.–26. Juni), die Deal-Gebühren in den europäischen Amazon-Shops sowie die Termine der Prime Big Deal Days (6.–7. Oktober 2026) und der Black Friday Week 2026.
Der Amazon Prime Day ist ein jährliches Shopping-Event von Amazon, das ausschließlich Prime-Mitgliedern offensteht. Verkäufer bieten dabei Blitzangebote (Lightning Deals), Top-Angebote (Best Deals), Prime-exklusive Rabatte und Coupons an. 2026 dauerte der Prime Day vier Tage, vom 23. bis 26. Juni, auch auf Amazon.pl. Das zweite Event dieser Art, die Prime Big Deal Days, findet am 6. und 7. Oktober 2026 statt. Auf Amazon.de kostet ein Deal im Event 16 EUR plus 0,75 % des Aktionsumsatzes (maximal 1.000 EUR), und der Deal-Preis muss mindestens 5 % unter Ihrem niedrigsten Preis der letzten 30 Tage liegen.
Was ist der Amazon Prime Day?
Der Amazon Prime Day ist eine mehrtägige Rabattaktion, die Amazon für Prime-Abonnenten veranstaltet, auch für Nutzer im 30-tägigen Probezeitraum. Die erste Ausgabe fand 2015 zum 20-jährigen Bestehen von Amazon statt und dauerte 24 Stunden in 9 Ländern. 2022 gab es den Prime Day erstmals auch in Polen, und seit demselben Jahr veranstaltet Amazon jährlich zwei Events dieser Größenordnung: den Prime Day im Sommer und die Prime Big Deal Days im Herbst (auf Amazon.pl als „Dni Prime“ beworben), die das Weihnachtsgeschäft einläuten.
Ausgabe | Zeitraum | Dauer |
|---|---|---|
Prime Day 2024 | 16.–17. Juli | 2 Tage |
Prime Day 2025 | 8.–11. Juli | 4 Tage |
Prime Big Deal Days 2025 | 7.–8. Oktober | 2 Tage |
Prime Day 2026 | 23.–26. Juni | 4 Tage |
Prime Big Deal Days 2026 | 6.–7. Oktober | 2 Tage |
Der Prime Day 2026 fand erstmals seit 2021 wieder im Juni statt, zwei Wochen früher als die Ausgabe 2025. Für die Planung ist das wichtig: Der Termin des Sommer-Events verschiebt sich. Richten Sie Ihren Zeitplan für Anlieferungen und Deal-Anmeldungen deshalb nach dem Datum aus, das Amazon ankündigt, und nicht nach der Annahme, dass der Prime Day immer im Juli stattfindet.
Kunden planen diese Einkäufe im Voraus. Laut einer Umfrage von Amazon.pl vom Juni 2026 sind Shopping-Events für fast 7 von 10 Polen ein zentraler Bestandteil ihrer Einkaufsplanung, und 75 % freuen sich, wenn sie ein gutes Schnäppchen machen. Besucherzahlen und Merklisten wachsen deshalb schon vor dem Start des Events und nicht erst am Eröffnungstag.
Was kostet Amazon Prime in Polen?
Amazon Prime kostet in Polen 69 PLN im Jahr oder 15,50 PLN im Monat, nach einer Preiserhöhung von zuvor 49 PLN bzw. 10,99 PLN. Neue Nutzer können einen 30-tägigen kostenlosen Probezeitraum nutzen und haben in dieser Zeit vollen Zugang zu den Deals des Prime Day. In Deutschland kostet Prime 8,99 EUR im Monat oder 89,90 EUR im Jahr. Das Abo umfasst kostenlosen schnellen Versand ohne Mindestbestellwert, Prime Video, Spiele über Amazon Luna und Zugang zu Events nur für Mitglieder.
Prime-Kalender 2026 für Verkäufer: Termine und Deadlines
Die teuersten Fehler rund um den Prime Day entstehen durch verpasste Fristen, nicht durch die Strategie an sich. Nach Schluss des Anmeldefensters kommt kein Deal mehr auf die Deal-Seite des Events, und verspätet angelieferte Ware erhält womöglich nicht mehr rechtzeitig die Prime-Kennzeichnung. Hier die in Seller Central angekündigten Termine für die europäischen Amazon-Shops:
Event | Event-Termin | Anlieferung an FBA (Europa) | Deal-Anmeldung mit 30 % Rabatt auf die Vorabgebühr | Anmeldeschluss |
|---|---|---|---|---|
Prime Big Deal Days 2026 | 06.–07.10.2026 | bis 09.09.2026 | bis 05.08.2026 | 23.09.2026 |
Black Friday Week 2026 | Ende November | bis 21.10.2026 | bis 05.09.2026 | 18.11.2026 |
FBA-Hochsaisongebühr (Amazon.de) | 15.10.2026–14.01.2027 | – | – | – |
Beim Prime Day 2026 galt der Frühbucherrabatt für Deal-Anmeldungen bis zum 30. April 2026. Stand 28. September 2026: Das Anmeldefenster für die Prime Big Deal Days ist bereits geschlossen, und der Frühbucherrabatt für die Black Friday Week ist am 5. September abgelaufen. Für das Oktober-Event bleiben vor allem Werbung, Coupons und Preissenkungen.
Amazon hat außerdem angekündigt, dass die Logistikzentren im September und Oktober vorrangig Anlieferungen annehmen und sich im November und Dezember auf den Versand von Bestellungen konzentrieren. Freie Anlieferungstermine können daher knapp werden. Bei größeren Mengen reservieren Sie zusätzliche Kapazität über den Capacity Manager.
Wie funktioniert der Prime Day aus Sicht der Verkäufer?
Verkäufer können auf zwei Wegen am Prime Day teilnehmen. Der erste ist die Anmeldung kostenpflichtiger Deals, die Amazon auf der Deal-Seite des Events präsentiert. Der zweite besteht darin, den höheren Traffic ohne Deals zu nutzen: über Werbung, Coupons und gut vorbereitete Listings. Deals richten sich an Prime-Mitglieder, daher braucht das Angebot die Prime-Kennzeichnung, in der Praxis also den Versand über Amazon FBA oder Seller Fulfilled Prime. Verkäufer, die über FBM ohne Prime versenden, kommen nicht in die Deals des Events, können aber weiterhin Werbung und Coupons nutzen.
Aktionstyp | Laufzeit | Wo sie angezeigt wird | Wichtigste Bedingungen |
|---|---|---|---|
Blitzangebot (Lightning Deal) | 4–12 Stunden, begrenzte Stückzahl | Deal-Seite, Countdown und Fortschrittsbalken „X % beansprucht“ | Preis mindestens 5 % unter dem niedrigsten Preis der letzten 30 Tage, Angebot mit Prime, Limit von 1 Stück pro Kunde |
Top-Angebot (Best Deal) | 1–14 Tage | Deal-Seite, Deal-Kennzeichnung am Angebot | dieselben Preisbedingungen |
Prime-exklusiver Rabatt (Prime Exclusive Discount) | bei der Anmeldung festgelegter Zeitraum | durchgestrichener Preis für Prime-Mitglieder auf der Produktdetailseite | für Events im Q4 2026 Mindestbewertung des Produkts von 3,5 |
Coupon | flexibel | Coupon-Label in den Suchergebnissen und auf der Produktdetailseite | eigenes Gebührenmodell, seit November 2025 mit niedrigerem variablem Satz und Gebührenobergrenze |
Preissenkung mit Streichpreis | beliebig | Produktdetailseite | keine Aktionsgebühr, es gelten die Regeln der Omnibus-Richtlinie |
Wie zeitlich begrenzte Deals funktionieren, beschreiben wir ausführlich in unserem Artikel über Lightning Deals bei Amazon.
Preisbedingungen für Deals im Jahr 2026
Amazon prüft den Deal-Preis anhand der Preishistorie Ihres Angebots. Preissenkungen einige Wochen vor dem Event können deshalb den Deal disqualifizieren, den Sie anmelden möchten. Es gelten drei Regeln:
- Mindestens 5 % unter dem niedrigsten Preis der letzten 30 Tage. In den europäischen Shops muss der Deal-Preis mindestens 5 % unter dem niedrigsten Verkaufspreis der letzten 30 Tage liegen. Wenn Sie einen Deal für ein Event planen, verzichten Sie etwa einen Monat vorher auf andere Preissenkungen.
- Produktbewertung bei Prime Exclusive Discounts. Für die Prime Big Deal Days und die Black Friday Week 2026 setzt ein Prime Exclusive Discount eine Produktbewertung von mindestens 3,5 voraus.
- Omnibus. Das EU-Recht (Art. 6a der Preisangabenrichtlinie, gültig seit dem 28. Mai 2022) verlangt, dass sich eine angekündigte Preisermäßigung auf den niedrigsten Preis der 30 Tage vor der Ermäßigung bezieht. Im September 2024 hat der EuGH bestätigt, dass auch der prozentuale Rabatt von diesem Preis aus berechnet wird.
Preissenkungen sind keine Pflicht. Omnia Retail hat während des Prime Day 2026 in den europäischen Amazon-Shops 1,19 Mio. Produkte beobachtet, und nur 13,8 % davon wurden um mehr als 3 % günstiger. Die meisten Angebote setzen im Event auf Sichtbarkeit statt auf Rabatte. Entscheiden Sie über einen Deal deshalb auf Grundlage Ihrer Margenkalkulation und nicht unter dem Druck des Kalenders.
Was kostet die Teilnahme am Prime Day? Deal-Gebühren 2026
Die Gebühr für einen Deal in einem Prime-Event besteht aus einer Vorabgebühr pro Aktion und einer variablen Gebühr auf den Umsatz aus dieser Aktion, die nach oben gedeckelt ist. Die Sätze gelten für Top-Angebote, Blitzangebote und Prime Exclusive Discounts. Amazon hat bestätigt, dass für die Prime Big Deal Days und die Black Friday Week 2026 dieselben Sätze gelten wie für den Prime Day 2026:
Shop | Vorabgebühr pro Aktion | Variable Gebühr | Obergrenze der variablen Gebühr |
|---|---|---|---|
Amazon.de | 16 EUR | 0,75 % des Aktionsumsatzes | 1.000 EUR |
Amazon.fr, Amazon.it, Amazon.es | 10 EUR | 0,5 % des Aktionsumsatzes | 300 EUR |
Amazon.co.uk | 12 GBP | 0,75 % des Aktionsumsatzes | 600 GBP |
Wenn Sie einen Deal im frühen Anmeldefenster einreichen, sinkt die Vorabgebühr um 30 %, auf Amazon.de von 16 auf 11,20 EUR. Für Amazon.pl sowie die Shops in den Niederlanden, Schweden und Belgien nennen die Mitteilungen von Amazon keine Sätze. Die aktuelle Gebühr sehen Sie in Seller Central, wenn Sie den Deal erstellen.
Zur Black Friday Week kommt noch die FBA-Hochsaisongebühr hinzu. Auf Amazon.de beträgt sie durchschnittlich 0,27 EUR pro Einheit für kleine Pakete und Standardpakete, die über lokales FBA, Pan-EU FBA und das Europäische Versandnetzwerk (EFN) versendet werden. Sie gilt vom 15. Oktober 2026 bis zum 14. Januar 2027. Ausgenommen sind Produkte mit Übergröße, Produkte im Programm Low-Price FBA und Lieferungen an Kunden in anderen EU-Ländern. Der Treibstoff- und Logistikzuschlag von 1,5 % gilt weiterhin zusätzlich. Die Prime Big Deal Days (6.–7. Oktober) liegen vor dem Zeitraum der Hochsaisongebühr. Eine vollständige Übersicht der laufenden Gebühren finden Sie in unserem Artikel über Provisionen und Verkaufskosten bei Amazon.
Beispielrechnung: Wann lohnt sich ein Deal?
Rechnen wir ein Beispielprodukt auf Amazon.de zum Preis von 39,99 EUR durch, mit einem Deal von −20 % (31,99 EUR) und 400 im Deal verkauften Einheiten:
Posten | Regulärer Preis | Deal-Preis |
|---|---|---|
Bruttopreis | 39,99 EUR | 31,99 EUR |
Nettopreis (19 % MwSt.) | 33,61 EUR | 26,88 EUR |
Verkaufsgebühr 15 % (vom Bruttopreis berechnet) | −6,00 EUR | −4,80 EUR |
FBA-Versandgebühr* | −4,50 EUR | −4,50 EUR |
Einkaufspreis des Produkts | −10,00 EUR | −10,00 EUR |
Deal-Gebühr umgerechnet pro Einheit** | – | −0,27 EUR |
Marge pro Einheit vor Werbekosten | 13,11 EUR | 7,32 EUR |
* Angenommener Richtwert. Die tatsächliche Gebühr hängt von Abmessungen und Gewicht des Produkts ab und lässt sich im Revenue Calculator in Seller Central prüfen.
** 11,20 EUR Vorabgebühr (Anmeldung mit 30 % Rabatt) + 0,75 % × 12.796 EUR Aktionsumsatz = 107,17 EUR, geteilt durch 400 Einheiten.
In diesem Beispiel senkt der Rabatt von 20 % die Marge pro Einheit um 44 %. Damit der Deal genauso viel einbringt wie der Verkauf zum regulären Preis, muss er 1,8-mal so viele Einheiten verkaufen, wie Sie im selben Zeitraum ohne Deal verkaufen würden. 400 Einheiten im Deal bringen rund 2.930 EUR Marge, also genauso viel wie 223 Einheiten zum regulären Preis. Die Gebühren für den Deal selbst fallen kaum ins Gewicht (0,27 EUR pro Einheit). Über die Rentabilität entscheidet die Höhe des Rabatts, nicht die Gebührentabelle der Aktion.
Rechnerisch lohnt sich ein Deal in zwei Fällen: wenn Sie realistisch einen solchen Mengenmultiplikator erwarten oder wenn Sie bewusst für Ihre Platzierung bezahlen. Das Volumen aus dem Event verbessert das organische Ranking und die Zahl der Rezensionen, und das zahlt auf den Umsatz nach dem Prime Day ein. Beziehen Sie außerdem die Werbung in die Kalkulation ein, denn an den Event-Tagen steigen die Klickpreise.
Was lernen wir aus dem Prime Day 2026? Die Daten nach dem Event
Aus den Daten vom Prime Day 2026 ergeben sich fünf Erkenntnisse für Verkäufer, die die nächsten Events planen. Die Zahlen von Adobe, Numerator und Tinuiti beziehen sich auf den US-Markt, die von Omnia Retail auf den europäischen Markt:
- Rekordumsatz, aber kleinere Warenkörbe. Laut Adobe Analytics gaben Kunden in den USA an den vier Event-Tagen online 26,4 Mrd. USD aus (+9,3 % im Vorjahresvergleich). Der erste Tag brachte 8,3 Mrd. USD (+5,3 % im Vorjahresvergleich), mehr als Thanksgiving 2025. Gleichzeitig verzeichnete Numerator einen Rückgang des durchschnittlichen Bestellwerts um 11 % und der Ausgaben pro Haushalt um 8 %. Fazit: Kalkulieren Sie Ihre Marge mit einem kleineren Warenkorb und prüfen Sie Bundles, die seinen Wert erhöhen.
- Der erste Tag verliert Anteile an den letzten. Laut Tinuiti lag der Umsatz aus Sponsored Products am ersten Event-Tag um mehr als 300 % über dem Tagesdurchschnitt des zweiten Quartals. Der Anteil des ersten Tages am Event-Umsatz sank jedoch von 34 % (2025) auf 31 %, während der Anteil des letzten Tages von 23 % auf 27 % stieg. Fazit: Verteilen Sie das Budget auf alle Tage und schöpfen Sie es nicht schon am ersten Tag aus.
- Die meisten Angebote werden nicht günstiger. Nur 13,8 % der 1,19 Mio. Produkte, die Omnia Retail in den europäischen Amazon-Shops beobachtet hat, wurden um mehr als 3 % günstiger. Über die Sichtbarkeit im Event entscheiden zu einem großen Teil Werbung und die Qualität des Angebots.
- Die Nachfrage konzentriert sich auf wenige Kategorien. In den USA stieg der Umsatz mit Elektronik gegenüber dem Tagesdurchschnitt im Juni um 120 %, mit Haushaltsgeräten um 90 %, mit Werkzeug und Heimwerkerbedarf um 70 % und mit Haus und Garten um 65 %. Der Juni-Termin hat die Einkäufe für den Schulstart angekurbelt: Kinderbekleidung +140 %, Rucksäcke +115 %.
- Traffic von AI-Assistenten wächst und konvertiert. Der Traffic von AI-Plattformen zu Onlineshops in den USA stieg während des Events um 89 % im Vorjahresvergleich und konvertierte um 40 % besser als Traffic aus anderen Kanälen (2025 konvertierte er noch um 23 % schlechter). Vollständige, konkrete Angaben im Listing (technische Daten, Einsatzbereiche, Antworten auf Kundenfragen) helfen dabei, von Shopping-Assistenten empfohlen zu werden.
Amazon bestätigte für den Prime Day 2026 einen Rekordumsatz unabhängiger Verkäufer, nannte aber erstmals seit 2020 keine Zahl der verkauften Artikel.
Wie bereiten Sie sich auf den Prime Day vor? Zeitplan Schritt für Schritt
Mit den Vorbereitungen für den Prime Day beginnen Sie etwa 12 Wochen vor dem Event. Der folgende Zeitplan zählt ab dem Starttag (T). Die genauen Termine für Anlieferungen und Anmeldungen finden Sie in den Mitteilungen in Seller Central zum jeweiligen Event:
Wann | Was zu tun ist |
|---|---|
T−12 bis T−10 Wochen | Wählen Sie die Produkte für das Event aus: guter Abverkauf, Bewertungen über 4,0 und eine Marge, die den Rabatt verkraftet (rechnen Sie sie wie in der Beispielrechnung oben durch). Erstellen Sie eine Bedarfsprognose, bestellen Sie Ware und prüfen Sie die FBA-Lagerlimits sowie den IPI-Wert. |
T−10 bis T−8 Wochen | Reichen Sie Deals im frühen Anmeldefenster ein (30 % niedrigere Vorabgebühr). Ab diesem Zeitpunkt senken Sie die Preise der Produkte mit Deal nicht mehr. Überarbeiten Sie die Listings: Titel, Search Terms, Bilder, A+ Content, sauber strukturierte Varianten. Sammeln Sie für neue Produkte erste Rezensionen über Amazon Vine. |
T−6 bis T−4 Wochen | Liefern Sie die Ware vor Amazons Stichtag an FBA (für die Prime Big Deal Days 2026 in Europa: 9. September). Starten Sie Testkampagnen und sammeln Sie Keywords, die konvertieren. |
T−2 bis T−1 Woche | Aufwärmphase: Erhöhen Sie die Budgets schrittweise und starten Sie Markenschutz- und Remarketing-Kampagnen. Prüfen Sie, ob die Deals freigegeben sind und ob die Angebote die Buy Box haben. |
Event-Tage | Kontrollieren Sie mehrmals täglich Budgets, Lagerbestände, die Buy Box und mögliche Angebotssperren. Halten Sie die Sichtbarkeit bis zum letzten Tag aufrecht. |
T+1 bis T+4 Wochen | Remarketing an Personen, die sich das Angebot angesehen haben. Füllen Sie die Bestände der Bestseller auf, werten Sie das Ergebnis im Vergleich zur Baseline aus und planen Sie das nächste Event. |
Legen Sie für das Event keine zu großen Lagerbestände an. Bestände, die nicht abverkauft werden, verursachen Gebühren für Langzeitlagerung und blockieren Platz vor dem Q4-Geschäft. Methoden zur Bedarfsschätzung beschreiben wir in unserem Artikel über Umsatzprognosen im E-Commerce.
Amazon Ads am Prime Day: So richten Sie Ihre Kampagnen ein
Werbung zum Prime Day läuft in drei Phasen: Aufwärmphase (2–4 Wochen vor dem Event), Event und Abschlussphase (1–2 Wochen danach). Die Klickpreise steigen an den Event-Tagen, laut der deutschen Agentur The Marketplace Guys meist um 30–70 %. Erhöhen Sie die Budgets daher rechtzeitig, statt zuzusehen, wie die Kampagnen ihr Tageslimit schon vor Mittag aufbrauchen.
- Aufwärmphase. Automatische Kampagnen sammeln Keywords, die besten übernehmen Sie in manuelle Kampagnen mit eigenen Geboten. Die Besucher aus diesem Zeitraum bilden die Zielgruppe für das Remarketing an den Event-Tagen.
- Budgetregeln. Legen Sie in Amazon Ads Budgetregeln mit Zeitplan für die Event-Tage an, damit sich die Kampagnen nicht abschalten, sobald das Tageslimit aufgebraucht ist.
- Markenschutz. Kampagnen mit Sponsored Products und Sponsored Brands auf die eigene Marke und die eigenen ASINs verhindern, dass die Konkurrenz Traffic von Ihren Produktdetailseiten abzieht.
- Gleichmäßige Budgetverteilung. Der Umsatzanteil des letzten Tages wächst (27 % im Jahr 2026 laut Tinuiti). Geben Sie deshalb nicht alles am ersten Tag aus.
- Abschlussphase. Mit Sponsored Display für Personen, die sich das Angebot während des Events angesehen haben, holen Sie einen Teil des Traffics zurück, der nicht gekauft hat.
- TACOS statt nur ACOS. Bewerten Sie die Werbung im Verhältnis zum Gesamtumsatz. Ein Teil der Event-Wirkung ist organischer Umsatz danach.
Um Werbekampagnen bei Amazon kümmern wir uns im Rahmen unserer Amazon-PPC-Betreuung.
Case Study: Q4 mit Prime-Events auf Amazon.de – Domino Polska
Für Domino Polska (Marken LAVITA und Wild Wood, Amazon.de) haben wir die Vorbereitung auf die Hochsaison nicht mit Aktionen begonnen, sondern damit, das Konto aufzuräumen. Zuerst haben wir die Rücksendung von Ladenhütern aus mehreren FBA-Lagern veranlasst, um die Kosten für Langzeitlagerung zu stoppen. Danach haben wir die Produkte zu Variantenfamilien zusammengeführt, die Bullet Points passend zu den Suchbegriffen des deutschen Marktes neu geschrieben und die Kampagnen umgebaut: Wir haben negative Keywords ergänzt und unrentable Produkte abgeschaltet.
Das vierte Quartal 2025, verstärkt durch das Prime-Event im Oktober und die Black Week, brachte einen Rekord-Oktober mit 350.000 EUR Umsatz (+90 % im Vorjahresvergleich) und einen November mit über 450.000 EUR (+138 % im Vorjahresvergleich). Die Kampagnen in Amazon Ads erzielten im Oktober und November 360.000 EUR Umsatz bei einem ROAS von 8,15. Die vollständige Beschreibung des Projekts finden Sie in der Case Study zum Umsatzwachstum von 138 % auf Amazon.de.
Aus diesem Projekt ergibt sich eine Lehre für jedes Prime-Event: Deals und Werbung vervielfachen das, was auf dem Konto bereits vorhanden ist. Ein Konto mit Ladenhütern, chaotischen Varianten und Kampagnen ohne negative Keywords verbrennt im Event schneller Budget, als es Geld einbringt.
Die häufigsten Fehler von Verkäufern vor dem Prime Day
- Preissenkungen kurz vor dem Event. Sie senken den Preis im Mai oder September, und der Deal für das Event wird abgelehnt, weil er die Bedingung von 5 % unter dem niedrigsten Preis der letzten 30 Tage nicht erfüllt.
- Verspätet angelieferte Ware. Der Deal startet, aber es ist kein Bestand da oder das Angebot hat keine Prime-Kennzeichnung.
- Ein Deal für ein schwaches Angebot. Ein Rabatt repariert kein Listing mit schwachen Bildern, niedriger Bewertung oder fehlenden Produktangaben. Er erhöht nur den Traffic, der nicht kauft.
- Keine Kalkulation nach Gebühren. Ein Rabatt von 20 % kann fast die Hälfte der Marge pro Einheit auffressen, wie die Beispielrechnung oben zeigt.
- Aufgebrauchtes Werbebudget. Die Kampagnen gehen in der ersten Hälfte des ersten Tages aus, und die Konkurrenz übernimmt den Traffic für den Rest des Events.
- Überbestände. Ein Vorrat „für alle Fälle“ bleibt nach dem Event liegen und verursacht Lagergebühren in der teuersten Zeit des Jahres.
- Kein Plan für die nächsten Events. Die Anmeldefristen für die Prime Big Deal Days und die Black Friday Week laufen ab, bevor das Team die Analyse des Prime Day im Sommer abgeschlossen hat.
Was sollten Sie nach dem Prime Day messen? KPIs für Verkäufer
Der Umsatz an den Event-Tagen allein sagt nicht, ob sich der Prime Day gelohnt hat. Messen Sie diese Kennzahlen:
Kennzahl | Was sie zeigt | Berechnung |
|---|---|---|
Umsatzplus gegenüber der Baseline | tatsächliche Wirkung des Events | Tagesumsatz im Event im Vergleich zum Tagesdurchschnitt der 4 Wochen vor der Aufwärmphase |
Marge pro Einheit im Deal | ob der Deal Geld verdient hat | Nettopreis − Verkaufsgebühr − FBA-Gebühr − Deal-Gebühr − Werbekosten − Produktkosten |
TACOS | Anteil der Werbung am Gesamtumsatz | Ausgaben für Amazon Ads / Gesamtumsatz |
Neukunden der Marke | wie viele Kunden Sie gewonnen haben | Berichte in Amazon Ads (new-to-brand-Metriken) |
Ranking und Sitzungen nach dem Event | Wirkung nach Ende des Events | Vergleich der 2–4 Wochen nach dem Event mit dem Zeitraum davor |
Anzahl der Rezensionen und Bewertung | dauerhafter Effekt auf die Conversion | Zuwachs an Rezensionen in den 30 Tagen nach dem Event |
Bestand und Reichweite in Tagen | Risiko von Fehl- oder Überbeständen | FBA-Bestandsbericht |
Amazon Prime Day – häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Amazon Prime Day?
Der Amazon Prime Day ist ein jährliches, mehrtägiges Shopping-Event von Amazon, das ausschließlich Prime-Mitgliedern offensteht. Verkäufer bieten dabei Blitzangebote, Top-Angebote, Prime-exklusive Rabatte und Coupons an, und Amazon präsentiert sie auf einer eigenen Deal-Seite.
Wann ist der Prime Day 2026?
Der Prime Day 2026 fand vom 23. bis 26. Juni 2026 statt, auch auf Amazon.pl. Das nächste Event für Prime-Mitglieder, die Prime Big Deal Days, findet am 6. und 7. Oktober 2026 in 22 Ländern statt, darunter in Polen.
Wie lange dauert der Prime Day?
Seit 2025 dauert der Prime Day im Sommer vier Tage. Zuvor, in den Jahren 2019–2024, dauerte er zwei Tage. Die Prime Big Deal Days im Herbst dauern zwei Tage.
Was ist der Unterschied zwischen Prime Day und Prime Big Deal Days?
Der Prime Day ist das größere Event im Sommer. Die Prime Big Deal Days (auf Amazon.pl: „Dni Prime“) finden im Oktober statt und läuten das Weihnachtsgeschäft ein. Beide stehen nur Prime-Mitgliedern offen, haben aber getrennte Fristen für Deal-Anmeldungen und Anlieferungen an FBA. Eine Anmeldung für das eine Event gilt nicht für das andere.
Was kostet die Teilnahme am Prime Day für Verkäufer?
Auf Amazon.de kostet ein Deal im Event 16 EUR Vorabgebühr plus 0,75 % des Aktionsumsatzes, maximal 1.000 EUR. In Frankreich, Italien und Spanien sind es 10 EUR plus 0,5 %, maximal 300 EUR. Eine Anmeldung im frühen Anmeldefenster senkt die Vorabgebühr um 30 %. Am meisten kostet jedoch der Rabatt selbst, nicht die Gebühr.
Können FBM-Verkäufer am Prime Day teilnehmen?
FBM-Verkäufer können den höheren Traffic am Prime Day über Werbung und Coupons nutzen. Für die Deals des Events brauchen sie jedoch die Prime-Kennzeichnung, also den Versand über FBA oder das Programm Seller Fulfilled Prime.
Müssen Verkäufer am Prime Day die Preise senken?
Nein. Während des Prime Day 2026 wurden nur 13,8 % der 1,19 Mio. beobachteten Produkte in den europäischen Amazon-Shops um mehr als 3 % günstiger. Ein Deal ist sinnvoll, wenn die Kalkulation zeigt, dass das zusätzliche Volumen die entgangene Marge mindestens ausgleicht, oder wenn Sie bewusst in Ranking und Rezensionen investieren.
Was kostet Amazon Prime in Polen?
Amazon Prime kostet in Polen 69 PLN im Jahr oder 15,50 PLN im Monat. Neue Nutzer können Prime 30 Tage lang kostenlos testen und in dieser Zeit die Deals des Prime Day nutzen.
Sie möchten prüfen, für welche Produkte aus Ihrem Katalog sich die Anmeldung zum nächsten Prime-Event lohnt und welche Werbebudgets Sie festlegen sollten?
Als Amazon EU Agency Platinum Partner und Amazon Ads Verified Partner übernehmen wir die Betreuung von Verkäuferkonten auf Amazon: von der Deal-Kalkulation und dem Lieferplan bis zu den Kampagnen und der Auswertung nach dem Event. Wenn Sie zuerst wissen möchten, was Ihr Konto ausbremst, starten Sie mit einer Amazon-Kontoprüfung.
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Autor
Magdalena Juraszek
New Business Manager
Ich bin eine Verfechterin des E-Commerce und der Marketplace-Plattformen und in dieser Branche bereits seit 2016 tätig. Mein besonderes Interesse gilt Amazon, das mich mit seinem Potenzial und seinen Möglichkeiten fasziniert. Ich glaube, dass das Erscheinungsbild der Angebote und die Gestaltung des Markenimages der Schlüssel zum Erfolg sind. Deshalb gebe ich mir stets alle Mühe, damit meine Maßnahmen den aktuellen Trends und Erwartungen der Kunden entsprechen. Ich bin ein Mensch voller positiver Energie, der den Kontakt mit Menschen und den Erfahrungsaustausch schätzt. Genau diese Offenheit und die Bereitschaft, gute Beziehungen zu knüpfen, helfen mir beim Aufbau von Bindungen zu den Kunden. Außerhalb der Arbeit liebe ich das Reisen, das mir erlaubt, meinen Horizont zu erweitern und neue Inspirationen zu suchen.












